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Sommerturnier vs. Winterturnier – macht die Jahreszeit einen Unterschied?
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Sommerturnier vs. Winterturnier – macht die Jahreszeit einen Unterschied?

Sommer- oder Winterturnier im Handball: So passt du Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Snacks an, um bis zum letzten Spiel leistungsfähig zu bleiben.

Die Turniersaison gehört für viele Handballmannschaften zu den Highlights des Jahres. Im Sommer stehen Vorbereitungsturniere oder Rasenturniere auf dem Programm, im Winter folgen Hallenturniere oder Spiele im Rahmen der Rückrundenvorbereitung. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Herausforderung kaum: Mehrere Spiele innerhalb eines Tages möglichst erfolgreich absolvieren. Schaut man jedoch genauer hin, zeigen sich sowohl zwischen Sommer- und Winterturnieren aus ernährungsphysiologischer Sicht einige Unterschiede.

Zwischen Sommer- und Winterturnieren unterscheiden sich die grundlegenden Ernährungsprinzipien zwar kaum, die äußeren Bedingungen hingegen schon. Sommerturniere finden häufig bei hohen Temperaturen statt und werden nicht selten unter freiem Himmel auf Rasen oder Sand ausgetragen. Neben der eigentlichen sportlichen Belastung kommt dadurch eine zusätzliche Hitzebelastung hinzu. Um die Körpertemperatur konstant zu halten, produziert der Körper vermehrt Schweiß. Mit diesem gehen nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte (insbesondere Natrium) verloren. Gleichzeitig steigt die Belastung für das Herz-Kreislauf-System, sodass viele Spieler*innen deutlich früher ermüden als bei vergleichbaren Belastungen in der Halle. Mehrere Spiele hintereinander können sich dadurch wesentlich anstrengender anfühlen als ein regulärer Spieltag während der Saison.

Winterturniere wirken im Vergleich zunächst einfacher, weil die Hitze als Belastungsfaktor entfällt. Ganz so unkompliziert ist die Situation jedoch nicht. In Sporthallen herrscht häufig eine trockene, warme Luft, wodurch ebenfalls erhebliche Flüssigkeitsverluste entstehen können, auch wenn diese oft gar nicht bewusst wahrgenommen werden. Zudem verspüren viele Sportler*innen im Winter weniger Durst und trinken dadurch insgesamt zu wenig. Hinzu kommt, dass zwischen den Spielen häufig längere Pausen entstehen, in denen der Körper auskühlt. Gerade bei mehreren Spielen an einem Tag ist es deshalb sinnvoll, zwischen den Partien warme Kleidung anzuziehen und die Muskulatur möglichst warm zu halten.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht gelten unabhängig von der Jahreszeit dieselben Grundregeln. Ziel ist es, den Körper kontinuierlich mit ausreichend Energie zu versorgen und dabei den Magen gleichzeitig nicht unnötig zu belasten. Große, fettreiche Mahlzeiten direkt vor dem nächsten Spiel sind deshalb meist keine gute Wahl. Also Finger weg von der klassischen Turnier-Bratwurst oder -Pommes. Deutlich besser eignen sich leicht verdauliche Kohlenhydratquellen wie Bananen, belegte Brötchen mit Marmelade oder Honig, Reiswaffeln, Fruchtriegel, Müsliriegel mit geringem Fettgehalt, Salzbrezeln oder Quetschies. Liegt zwischen zwei Spielen eine längere Pause von mehreren Stunden, kann auch eine vollwertigere Mahlzeit sinnvoll sein, beispielsweise Pasta mit Tomatensoße, Reis mit Hähnchen, leichte Sandwiches oder Wraps.

Eine super Turnier-Alternative: Wraps!

Gerade bei Sommerturnieren rückt vor allem die Flüssigkeitszufuhr noch stärker in den Mittelpunkt. Viele Spieler*innen beginnen den Tag bereits leicht dehydriert, ohne es zu bemerken. Das liegt unter anderem daran, dass der Körper auch während der Nacht kontinuierlich Flüssigkeit verliert, über mehrere Stunden jedoch nichts getrunken wird. Wer dann mit einem Flüssigkeitsdefizit ins erste Spiel startet, kann dieses während eines langen Turniertages häufig nicht mehr vollständig ausgleichen. Deshalb sollte bereits vor Turnierbeginn ausreichend getrunken werden. Während des Tages sind regelmäßige kleine Trinkmengen meist sinnvoller als wenige große Mengen auf einmal. Bei hohen Temperaturen und einer besonders hohen Schweißrate können zusätzlich elektrolythaltige Getränke hilfreich sein, um Natriumverluste auszugleichen.

Dadurch, dass im Gegensatz zu einem regulären Ligaspiel häufig mehrere Spiele innerhalb weniger Stunden absolviert werden müssen, steigt die Gesamtbelastung deutlich. Je nach Anzahl der Spiele, Spielzeit und Intensität kann der Energiebedarf etwa 10–30 % höher liegen als an einem regulären Spieltag. Bei langen Sommerturnieren mit mehreren Partien und hohen Temperaturen kann der tatsächliche Mehrbedarf sogar darüber liegen.

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Trotz aller Unterschiede gibt es zwischen Sommer- und Winterturnieren eine wichtige Gemeinsamkeit. Die größte Herausforderung besteht darin, nicht nur im ersten Spiel leistungsfähig zu sein, sondern bis zum letzten Spiel konzentriert und körperlich belastbar zu bleiben. Häufig nimmt die Leistungsfähigkeit im Laufe des Tages nicht so sehr aufgrund mangelnder Fitness ab, sondern weil zu wenig gegessen oder getrunken wurde und die Energiereserven zunehmend erschöpft sind. Wer dagegen regelmäßig kleine Mengen isst, ausreichend trinkt und die Pausen aktiv zur Regeneration nutzt, kann auch im letzten Spiel des Tages noch seine beste Leistung abrufen.

Praktische Tipps für Sommerturniere

  • Bereits gut hydriert in den Turniertag starten
  • Regelmäßig kleine Mengen trinken, statt selten große Mengen
  • Bei langen oder sehr heißen Turnieren gegebenenfalls ein elektrolythaltiges Getränk einplanen
  • Zwischen den Spielen lieber mehrere kleine Snacks als eine große Mahlzeit essen

Super als kleiner Turnier-Snack: Energyballs

  • Möglichst eigene Verpflegung mitbringen, da das Angebot vor Ort häufig begrenzt ist
  • Kühlmöglichkeiten wie Schatten, kalte Getränke oder ein feuchtes Handtuch zwischen den Spielen nutzen
  • Lebensmittel wählen, die Hitze gut vertragen und leicht verdaulich sind, beispielsweise Bananen, belegte Brötchen, Wraps, Reiswaffeln oder Salzbrezeln

Fazit

Ob Sommer- oder Winterturnier, die Grundlagen einer guten Sporternährung bleiben dieselben. Wichtig sind eine ausreichende Energiezufuhr, regelmäßiges Trinken und eine gute Versorgung zwischen den Spielen. Im Sommer kommt mit der Hitze jedoch ein zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu, der den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust deutlich erhöht. Wer sich darauf vorbereitet und seine Ernährung entsprechend anpasst, schafft die besten Voraussetzungen, um nicht nur das erste Spiel erfolgreich zu bestreiten, sondern bis zum letzten Turnierspiel leistungsfähig zu bleiben.

Quellen:

Williams C, Rollo I. Carbohydrate Nutrition and Team Sport Performance. Sports Med. 2015 Nov;45 Suppl 1(Suppl 1):S13-22.

Kamińska J, Podgórski T, Kryściak J, Pawlak M. Effect of Simulated Matches on Post-Exercise Biochemical Parameters in Women's Indoor and Beach Handball. Int J Environ Res Public Health. 2020 Jul 14;17(14):5046.

American College of Sports Medicine, Sawka MN, Burke LM, Eichner ER, Maughan RJ, Montain SJ, Stachenfeld NS. American College of Sports Medicine position stand. Exercise and fluid replacement. Med Sci Sports Exerc. 2007 Feb;39(2):377-90.

Burke LM, Hawley JA. Fluid balance in team sports. Guidelines for optimal practices. Sports Med. 1997 Jul;24(1):38-54.

Mujika I, Burke LM. Nutrition in team sports. Ann Nutr Metab. 2010;57 Suppl 2:26-35. doi: 10.1159/000322700. Epub 2011 Feb 22. PMID: 21346334.

Raschka, Ruf (2018), Sport und Ernährung. Thieme.

Foto: ZDF/Maximilian von Lachner

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